Was mache ich (in den Ferien) eigentlich den ganzen Tag?

Was machst Du eigentlich den ganzen Tag? - fragt Frau Brüllen an jedem 5. des Monats und am liebsten hätte ich heute einfach: "Nichts" geantwortet. Ganz so einfach ist es dann aber natürlich doch nicht. Trotz Sonntag, Ferien und einem Kind, das wirklich lange schläft (und dafür spät, aber wir fangen ja mit dem Morgen an), bin ich ziemlich kaputt, denn die Hitze steht in der Wohnung und der Schlaf ist unruhig - dass ich mal in Berlin Sehnsucht nach einer Klimaanlage haben würde, hätte ich nun auch nicht gedacht.

Um 11.00 treffen wir uns mit einer alten Freundin und gehen zu einem Kinderflohmarkt. Vom Klamottenangebot bin ich nicht so überzeugt, aber das ist bei solchen Märkten immer so. Hingen die Sachen sorgfältig im Second-Hand-Shop würde ich sie vermutlich nehmen, aber gestapelt auf der Wiese überzeugen sie mich nicht. Dafür ist das Spielzeugangebot gut und das Reisekind kriegt einen Buggy für die gestern gekaufte Babypuppe - seit wir hier öfter mal Freunde mit Kindern besuchen, merke ich, wie wenig Spielzeug wir haben.
Anschließend gucken wir noch, ob das Berliner Gesundheits- und Finanzamt immer noch erlaubt, dass Thailänder (oder auch andere aus der geographischen Gegend, ich bin da nicht so bewandert, aber es heißt hier "Thai-Park") im nahe gelegenen Park Essen verkaufen. Wie schön, die vielen Arten fritierten Fisch und die Sommerrollen gibt es noch und wir machen ein spontanes Picknick, das meine ganzen Feuchttücher verschlingt. So viele brauche ich sonst im Monat nicht.
Gegen 14.30 sind wir wieder zu hause und gammeln rum - das Kind natürlich nicht, es rennt mit dem neuen Puppenbuggy durch die Wohnung.
Deshalb gehen wir auch um 16.10 - jetzt mit der Oma - noch mal raus. Ziel ist eigentlich die Eisdiele, vielleicht eine halbe Stunde zu Fuß, aber da kommen wir nie an. Hatte ich erwähnt, dass das Reisekind einen Puppenbuggy bekommen hat? Während der Normalmensch mit Buggy versucht Stufen zu vermeiden, ist das Kind von ihnen begeistert. Und ich weiß jetzt, wieviele Stufen es hier gibt.
Um 17.45 essen wir einen (schlechten) Kuchen an einem Kiosk und schaffen es dann gerade so nach hause zum Abendessen.
Mit Haushalt, Kind schlafen legen, einem Anruf zur ungünstigsten Zeit, schaffe ich es nicht mal zu klären, woe der Stand in der neusten Katastrophe aus Armenien ist: Eine Gruppe LGBT ist in einem Dorf brutalst zusammengeschlagen worden und niemand erstatte Anzeige. Oder vielleicht doch. Ich komme ja nicht zum Lesen.
Jetzt auch nicht mehr. Gute Nacht. Ich habe tatsächlich praktisch nichts gemacht. Aber mein Kind hat einen Puppenbuggy.

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