Und wieder: WmdedgT?

Heute fragt Frau Brüllen mal wieder, was wir eigentlich den ganzen Tag so gemacht haben. Der letzte WmdedgT kommt mir sehr lange her vor. Muss an mir liegen, denn ich habe noch mal nachgesehen: Ich habe keinen Monat ausgelassen.

7:00 der Wecker klingelt. Gahhh. Das Reisekind wird auch wach. Noch mal gahh. Wir kämpfen noch mit der Umstellung auf "Sommer" - lange und früh hell und mittags oft schon zu heiß, um rausgehen zu können oder zu wollen. Also verschiebt sich alles in den Abend, was auch seine Vorteile hat, denn die Sommerabende in den Parks und Cafes in Jerewan sind schön, sehr schön. Gestern haben wir das mit einer Bekannten aus Deutschland, die gerade zu Besuch ist, auch sehr ausgenutzt. Blöd halt nur, dass ich hier nicht im Urlaub bin, sondern einen Arbeitsalltag habe. Und ein morgens übermüdetes Kind. Das dann einen ausgedehnten Mittagsschlaf macht, während ich arbeite und dann lange munter ist. Schöne Grüße vom mütterlichen Schlafdefizit.
Wir bekommen den morgen aber mit frühstücken und Musikhören doch ganz entspannt rum und um

8:10 verlasse ich das Haus. Ich finde es trotz der Gewitter in der Nacht wieder sehr warm. Und feucht.

8.30 Im Büro-Shuttle. Die Kolleginnen klagen, dass es um diese Uhrzeit erst 20 Grad ist. Dieses Jahr käme und käme der Sommer einfach nicht.

9:10 Im Büro und eine Kollegin hat schon Kaffee gemacht. Perfekt. Noch keine Antwort von einer Kommission, die gestern über einen Antrag entscheiden sollte. Sind das nun gute oder schlechte Nachrichten? Da uns Spekulieren nicht hilft, koennte ich mal entspannt zu einer anderen Idee recherchieren. Wenn der Kaffee dann mal helfen würde.

Bis 14:30 Ich habe zwar nicht das Gefühl, dass der Kaffee geholfen hat, aber so schlecht sind die Ergebnisse des Arbeitstages nun doch nicht: Ein kurzes Projektproposal mit Kostenplan (ok, der ist noch etwas löcherig, aber die Mails mit Preisanfragen sind auch raus), ein paar schon lange anliegende Mails beantwortet bzw. geschrieben, der Buchhaltung auf die Nerven gegangen, dass endlich eine Eingangsbestätigung für längst ausgegebenes Geld raus muss (kein Wort von der Anwort verstanden. Die Frau spricht nur buchhalterisch.) und einen Gastbeitrag für den Blog einer deutschen Kollegin geschrieben. Das fällt zwar nur bedingt unter meine Aufgaben, kann man aber noch unter Networking verbuchen.

Ab 14:30 bin ich endgültig alleine im Büro. Der Chef ist auf Dienstreise, da wird hier nicht gearbeitet. Kann man auch gar nicht, denn ohne seine Erlaubnis darf man hier ja kaum die Fenster öffnen. (Ich habe gerade nachgesehen, die Kolleginnen sind wirklich weg. Nicht erstickt.)
Im Gehen treffe ich eine Kollegin, die gerade von einem Projektbesuch zurückkommt und wir stehen fast eine halbe Stunde vor dem Büro und diskutieren Projektideen. Die, an der ich die letzten Stunden gearbeitet habe, kann ich wohl wegschmeißen, der Chef hat sich vor einer Woche mit der einen Organisation, die vage involviert waere, verkracht. Ich beschließe mir zuhause dann noch mal den "Was gut ist" - Eintrag durchzulesen. Und vielleicht ein paar Stellenanzeigen.

Um 15:20 sitze ich dann im Marshrutka nach Jerewan und beschließe spontan, mich endlich um meine Sonnenbrille zu kümmern. Ich komme mit der hiesigen Nachmittagssonne einfach nicht gut klar, reagiere mit Kopfschmerzen und Schwindel. (Kennt jemand den Cartoon, wo Snoopys Freund, der kleine Vogel völlig desorientiert herumtorkelt, weil er mit weitaufgerissenen Augen eine Eule imitiert hat, und es zu hell in seinem Kopf geworden ist? Genau so.) In Deutschland wäre eine Sonnenbrille mit meiner Glasstärke und meinen Zylindern unbezahlbar, hier würde ich vermutlich im Lauf des Sommers mehr für Kopfschmerztabletten ausgeben.

16:20 Wegen des Abstechers ein bißchen später als sonst zu hause - und weil ich sechs Treppen hoch musste. Stromausfall. Der Spielplatzbesuch ist dann erstmal gestrichen, denn schon runter ist blöd und eventuell dann in einer Stunde wieder ohne Fahrstuhl hoch? Danke. Das Problem kommt jetzt gerade immer öfter. Ich fürchte, es liegt daran, dass nach dem trockenen Winter die Talsperren leer sind und wir uns deshalb auf längere Ausfälle einstellen müssen.

17:45 Passend zu diesem Gedanken geht das Licht wieder, als das tägliche Unwetter losbricht. Zum Glück sind Lego und Seifenblasen gerade so beliebt, dass es nicht so schlimm ist, einen Nachmittag drinnen zu verbringen.

20:00 Vielleicht hätten wir nach dem Gewitter noch mal rausgehen sollen, denn das Kind ist immer noch munter. Spielt aber wenigstens alleine, so dass ich noch mal durch die Mails gehen und diesen Beitrag veröffentlichen kann. Nur Wäsche aufhängen geht nicht, denn die wird sofort wieder vom Ständer gezogen. Dafür ist die Wäsche dank Stromausfall wenigstens anderthalbfach gewaschen.
Mir fällt ein, dass ich mich auch endlich mal darum kümmern könnte, dass mein seit Ewigkeiten geschriebenes Impressum auch auffindbar ist. Zu müde.

Egal. Gute Nacht.

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