Frohe Ostern!

Ok, etwas spät, aber es war ein anstrengends Wochenende mit Zahnschmerzen sowohl bei mir als auch beim Kind. Ganz schlechte Kombination für ein eigentlich langes Wochenende, an dem wir entspannt in den Westen Armeniens fahren wollten. Sind wir auch, aber dazu später.
Heute nur ein paar Oster- bzw. Karwochenbilder. Armenien feiert Ostern immer nach dem katholischen (bzw. -  wie ich belehrt wurde - auch nach dem protestantischen) Kalender Ostern und nicht nach dem orthodoxen, schließlich ist man auch nicht orthodox, sondern apostolisch, oder orientalisch-orthodox, wie beispielsweise auch die Kopten, die Äthiopier und einige syrische Kirchen. Das ist dieses Jahr eine Woche vor dem orthodoxen (und nicht gleich, wie ich anfangs dachte, weil die georgischen Partner den selben Ostertermin hatten - es sind aber georgisch-armenische Partner... Seufz. Manchmal ist mir der Kaukasus einfach zu kompliziert.)
Wie so oft, wenn es hier um Glauben geht, bin ich erstaunt, wie egal das Kirchenjahr und seine Feiertage hier dann doch für viele sind: Karfreitag oder Ostermontag arbeiten? - Ja, warum nicht? War da was? Warum? Egal. Am wichtigsten schien Palmsonntag, als auf einmal vor den Kirchen lange Reihen mit Ständen mit Frühlingsblumen, Weidenkätzchen und Weidenkränzen auftauchten. Wie viele von denen, die dort einkauften und dann mit Sträußen und Kränzen durch die Stadt liefen, auch tatsächlich an dem den ganzen Tag dauernden Gottesdienst teilgenommen haben, sei dahingestellt.
Die Karwoche über war in Ejmiatsin jedenfalls nicht mehr los als an anderen Tagen auch - weniger als in den letzten zwei Wochen eher, als iranische Touristen in den Nowruz-Ferien Armenien überschwemmten und entgegen dem Klischee von den nur saufenden Iranern auch Kulturtourismus machten.
Die Osternacht selbst habe ich wieder nicht erlebt, vielleicht nächstes Jahr, wenn das Reisekind älter ist. Ein bißchen enttäuscht war ich mal wieder, dass trotz zweier großer Kirchen in der Nähe keine Glocken zu hören waren - das große Geläut scheint hier nicht so besonders wichtig zu sein und auch das Feuerwerk, das manche orthodoxe Kirchen zur Feier der Auferstehung zünden, scheint hier nicht bekannt zu sein. Zumindest war es erstaunlich still.

Palmsonntag vor den Kirchen: Weidenkränze, Kätzchen, Weizenähren.


Karsamstag vor den Kirchen: Ostergras (gleiches Prinzip wie das in Aserbaidschan für Nowruz
verwendere Samani) und Tauben, die man freilassen kann.

Osterfeuer-Transportmöglichkeiten: Grablichter und aufgeschnittene Plastikflaschen mit Kerzen.
(Da hatte ich gerade erklärt, das Plastikrecycling sei hier noch viel zu gering und dann das.)


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