12 von 12 - immer noch etwas Weihnachten

Heute mal wieder 12 von 12 bei Draußen nur Kännchen - 12 Bilder vom 12. des Monats. Ab jetzt wird auch wieder zweimal die Woche gebloggt, versprochen (falls das überhaupt jemanden interessiert.)


Die Nacht war hart. Messbar in einer Menge Kohlblätter und dem Wunsch nach viel Kaffee. Auch drei Wochen nach dem endgültigen Abstillen kämpfe ich noch mit Milchstaus. Der Tipp, Kohlblätter in den BH zu stopfen, hilft tatsächlich beim Kühlen. Die ebenfalls empfohlenen Quarkwickel scheitern an der Schwierigkeit, hier Quark zu bekommen - in gut russisch-türkischem Einfluss tausend Sorten sauer gewordener Milch, aber alle zu flüssig. Dass das Reisekind gestern ohne "Ich will aber nicht schlafen"-Wutanfall umfiel und diesen dann um 2.05 nachholte, hat die Sache nicht besser gemacht.

Die Schuhe - also am viel beklagten "Das sieht ja aus wie für einen Jungen" kann es diesmal echt nicht gelegen haben.

Zum Glück habe ich heute einen Termin in der Stadt und gehe deshalb nicht ins Büro, also können wir etwas länger schlafen. Gegen halb zehn kommt die Nanny und müde und genervt wie ich bin, gibt es erstmal Streit, weil ich darauf bestehe, dass die neuen Hausschuhe getragen werden. Die seien zu groß, da hätten die Füße ja vorne noch Platz. Ja eben. Dabei habe ich doch sogar extra rosa genommen, damit sie als Ersatz akzeptiert werden.


Während ich durch die Stadt zum ersten Termin hetze und nicht mal das Handy funktioniert, eskaliert unser Friedensprojekt. Aber nein, was ich auf dem Weg finde, sind keine Kriegsfolgen sondern die geplante Zerstörung der letzten alten Häuser in Yerevan für Neubauten. Auch nicht schön. Die eingegegangen 17 Nachrichten über SMS, Facebook und Skype müssen warten, jetzt ist erstmal ein anderes Gespräch dran. Und Frühstück.



Treffpunkt ist ein Cafe mit "English Breakfast" - Kalorien! Tierisches Fett!! Mjam!!! Dass die armenische Küche generell veganerfreundlich ist, finde ich 95% der Zeit toll - die restlichen 5% sind das hier. Dass es mir den Rest des Tages im Magen liegen wird, und ich es bereuen werde, weiß ich auch schon.


Ich habe etwas Zeit, mich um die Katastrophen rund um das Friedensprojekt zu kümmern. Kein Foto von den diplomatischen Bemühungen, dafür noch mal ein Weihnachtsbild an einem Restaurant. Frieden auf Erden oder so.


Tja, das Graffiti triffts wohl leider etwas besser.


Der nächste Termin ist in meiner alten Gegend, in die ich eigentlich auch gerne wieder umziehen würde: Häuser aus den 20er, 30er und 60er Jahren (und damit erdbebenerprobter als der Billigbeton jetzt) Bäume, Springbrunnen, Höfe, Spielplätze und selbst bei der Kälte auf Bänken sitzende Nachbarn. Vielleicht gehe ich das mit dem Umzug doch noch mal an.


Ich fahre U-Bahn. Bei nur einer Linie mit acht Stationen kommt das nicht so oft vor, deshalb ist es mir ein Bild wert. Außerdem sind die Rolltreppen alles andere als kinderfreundlich. Vielleicht warte ich mit dem Umzug doch, bis das Reisekind keinen Quatsch mehr auf der Rolltreppe macht (wollte ich echt zehn Jahre hier bleiben?!)


Zuhause packe ich das Reisekind ein und wir gehen noch mal auf den Opernplatz, um, wie die letzten Tage auch, noch die Spielgeräte zum Neujahrsfest zu nutzen. Irgendwie ist heute der Wurm drin: Es ist kalt, das Reisekind und ich haben massive Meinungsverschiedenheiten zur Benutzung von Rutschen ("Hinsetzen! Rutschen! Nicht hochlaufen! Nicht ohne Mamas Hand! Und um Himmelswillen nicht RUNTER!" - nennt mich Helikoptermutter, aber mein Armenisch ist einfach nicht gut genug für die Notaufnahme)
Übrigens: Den Aufbau genau dieser Dekoration haben wir vor genau einem Monat schon verfolgt. Tagebuchbloggen und die damit verbundene Doku ist manchmal echt nett.)


Ähh--- ja. Die Spielkiste mit Stroh ist eine tolle Idee. Wenn da nur nicht die herausstehenden Nägel wären. Heute ist offensichtlich mein "Spielverderbende Helikoptermutter-" Tag.



Schließlich fahren wir noch eine Runde mit dem schönen Zug, der so tolle Musik macht, aber auch das ist ein Reinfall - das Reisekind findet Zug mit Musik doof, wenn man da nicht auf die Bänke steigen und tanzen kann.

Wir gehen nach hause ins Bett. Nicht ohne ein letztes Bild mit Weihnachtsdeko. Morgen ist der 13., da wird hier traditionell abgeschmückt.


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