12 von 12 im goldenen November

Heute mal wieder 12 von 12 von Draußen nur Kännchen. Ich glaube ja, dass mir die Aufgaben ohne Fotos lieber sind, aber vielleicht gewöhne ich mich auch noch dran.

Aufwachen und das Kind hat HUNGÄÄÄÄÄR. Schnell den Brei machen, denn das hiesige Brot - lassen wir das. Auslandsdeutsche meckern weltweit schon zu viel über Brot. Bei knapp Null Grad muss der  Brei doch auf dem Balkon schnell abkühlen, oder? Das mit der ganz guten Lebensqualität in der Yerevaner Innenstadt und dem Grundplan als Gartenstadt glaubt mir jetzt aber auch keiner mehr.



Gesättigt war die Laune auch nicht besser, Müde und Erkältung im Anmarsch. Und weil es nichts besseres gegen beides gibt, kuscheln wir uns um halb neun noch mal ins Bett. Als wir dem Tag noch eine Chance geben, ist es zwanzig nach elf und das Leben sieht etwas besser aus. (Die Wohnung ist übrigens voll möbliert und ich bin eher weniger glücklich damit.)


Ach ja, ein eigenes Möbel haben wir ja doch. Genau einen Monat nach Aufbau mache ich endlich das Trittbrett eine Stufe tiefer, um dem Wachstumsschub des Reisebabys Rechnung zu tragen. Das schnappt sich den Montageschlüssel und ist eine Viertel Stunde glücklich beschäftigt. Super, das nächste Mal macht es das dann alleine.



Doch noch das schöne Wetter nutzen. Ich wage mich an die Rucksacktrage, die mir eine Freundin vermacht hat und die mir immer unheimlich war. Aber immer den Wagen hinter mir herziehen, wenn das Reisebaby an der Hand laufen will, ist auch blöd. Nach anfänglicher Unsicherheit, sind wir beide eigentlich ganz glücklich und ziehen los.



Ziel ist die Kaskade, ueber 500 Stufen zwischen Stadtzentrum und Wohngebieten oberhalb, praechtig in weissem Marmor und mit moderner Kunst verziert. Man kann acuh im Inneren die Rolltreppen beutzen, aber fuer die Altersgruppe von eins bis drei sind gerade die Stufenn der Reiz. So findet man hier auch immer anderen Familien mit Kindern bei Rauf- und Runterklettern.


Heute sind allerdings nicht die Stufen, sondern er hier der Star.


Nach einer Stunde Stufensteigen und Hunde bewundern, brauche ich einen Kaffee. Also in unser Lieblingscafe, das Grean Beans, das am Sonntag mittag auch rcht ruhig ist. Filterkaffee, Bagel und hausgemachte Erdnussbutter. Falls jemand mal einen Tipp fürs Grean Beans braucht und gerade nicht auf Kuchen steht. Der ist allerdings auch super.


Anschließend wollen wir eigentlich noch ein bisschen durch den Park mit den modernen Skulpturen vor der Kaskade laufen, aber der Spaß ist hier immer sehr abhängig von den Aufsichten und heute haben wir Pech. Kaum fasst das Reisebaby die Absperrung an, wird gemeckert und als ich dann noch entschuldigend sage, ich hätte nicht gewusst, dass es Teil des Kunstwerks wäre, wird natürlich mit Strafzahlung gedroht. Ja, ist klar.



Weil heute ohnehin nicht weiß, wie ich die Bilder zusammenbekommen soll, noch mal den oberen Teil des Kunstwerks. Über den Novemberhimmel kann man hier bisher nicht meckern.



Auf dem Rueckweg machen wir noch einen kurzen Abstecher in einen etwas weniger ueberwachten Park, wo uns beide ein kleiner Junge mit einem grossen Seifenblasenring mehr beeindruckt als die ganze moderne Kunst.



Weil es eigentlich zu schön ist, um schon hochzugehen, testen wir noch mal den Spielplatz neben dem Haus. Fazit: Echt nicht. Rutsche zu steil, Schaukel selbst für mich zu hoch. Wippe wacklig. Kein Wunder, dass hier nur die Hof-Säufer rumhängen.




Der Abend verlaeuft weniger entspannt: Das Reisebaby ist nun deutlich erkaeltet, die Wohnung saukalt und mein Vermieter nicht greifbar. So ist das letzte Bild eigentlich schon vom 13. denn das halbeingegossene Weinglas gruesste mich heute frueh. Bevor ich es fuellen, geschweige denn trinken konnte, hatte ich dann doch aufgegeben und das mich mit dem ungluecklichen Kind hingelegt, bis ich selbst schlief.



Und wenn das Bild von der Trage jetzt immer noch nicht erscheint, ist mir das auch egal. So.

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