Ankunft

Das Reisebaby und ich sind gut angekommen. Unser Koffer, das Unterteil des Kinderwagens und der Auto-/Kinderwagensitz auch. Wie Ukrainian Airlines es geschafft hat, die Bindeglieder zwischen beidem zu verbummeln, wird ihr Geheimnis bleiben. Ich habe für das An. und Abmontieren neulich eine halbe Stunde und zwei Youtube-Tutorials gebraucht. Wunderbar. Entsprechend immobil waren meine ersten Tage hier. 9 Kilo aktives Lebendgewicht bei 30 Grad durch die Gegend schleppen ist selbst im viel gepriesenen Tragetuch eine Zumutung. Für alle. 
Meine Kisten, in denen sich Ersatzteile befinden würden, sind auch noch nicht ausgeliefert worden und ob das diese Woche noch was wird, sei dahingestellt. Heute war Feiertag, weil gestern Feiertag war. Und wenn Feiertage auf einen Sonntag fallen, werden sie am Montag nachgefeiert. In diesem Falle ist das etwas absurd, denn es handelt sich um den Tag des Heiligen Kreuzes, dem Gedenktag an die Toten, der immer am zweiten Sonntag im September gefeiert wird. Damit kann man also gleich sagen, dass der zweite Montag im September immer frei ist. Da der Unabhängigkeitstag am 21. September ist, ist die zweite oder dritte Woche im September also immer mehr oder weniger frei. Schlechte Karten für meine Kisten und meine Mobilität. Gut für Zeit und Ruhe um Reisebaby und Nanny aneinander zu gewöhnen und nach einer Russischlehrerin für mich zu suchen. 
Wahrscheinlich wäre die Einschränkung meiner Mobilität leichter zu ertragen, wenn der Blick vom Balkon nicht so aussähe:




Und ja, das ist Yerevan Zentrum, nicht irgendein Plattenbauvorort. Theoretisch wären Parks, Plätze und Cafés im Umkreis leicht erreichbar, aber mit einer knapp Einjährigen, die jeden Schritt getragen werden muss (und wenn sie nicht getragen wird, jede Grünpflanze im Umkreis abweidet) eben doch nicht optimal. Auch wenn ich zugeben muss, dass viele Frauen hier das Tragen sogar ganz ohne Tuch gut zu schaffen scheinen.
Auch frage ich mich, was an den Neubauten so toll sein soll. Mein Haus ist teils sowjetisch, teils vor zehn Jahren gebaut und ich sehe beim besten Willen keinen Unterschied. Nur dass die Wohnungen in meinem (dem neuen) Teil durch private Teilungen deutlich kleiner sind als die sowjetischen Wohnungen. Die Wohnung, die wir jetzt haben, ist ein Drittel der ursprünglich geplanten. Und so fühlt sie sich auch an. Womit ich wieder beim "Mir fällt die Decke auf den Kopf"-Thema wäre.

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