Aufbruch

Der geplante Umzug des Blogs ist mal wieder gescheitert. Zum - ach, ich weiß auch nicht wie vieltem Mal. Schade. Egal. Nichts hält bekanntlich solange wie ein Provisorium. Bleibt bei diesem Aufbruch wenigstens der Blog der alte. 
Vieles andere ist neu. Es ist nicht zu leugnen: Die Zeiten, in denen mein Koffer egal für wie lange genau acht Kilo wog (8,7 wenn ich so verrückt war, den Computer einzuchecken), sind vorbei. Meine neue Mitreisende wiegt allein schon fast so viel und lässt sich im Gegensatz zu einem Koffer nicht rollen, sondern wünscht getragen zu werden. Warum ich trotzdem noch ein paar Kilo Kinderwagen eincheckt habe, frage ich mich auch, aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.
Kind, Recherche und wieder Georgien.Noch weiß ich nicht, wie es klappen wird. Irgendwie eben, wie immer. Der erste Teil war schon mal verblüffend unproblematisch: Das Kind ist beim Fliegen wesentlich entspannter als die Mutter, verpennte auf dem Berlin - Istanbul - Tbilisi - Flug viermal Start und Landung und benahm sich auch sonst ausgezeichnet. Rennende Leute sind offensichtlich das Tollste. Dabei nahm sie natürlich nicht war, dass es sich bei sehr vielen dieser rennenden Reisenden am Istanbuler Flughafen um gleich vier (!) algerische Pilgergruppen handelte, die aus Mekka zurückkamen. Komisch, war doch gar nicht Pilgermonat. Immerhin hatte ich viel Gelegenheit unterschiedlichste Pilgermoden zu studieren und konnte mich so von dem eigentümlichen Schmerz ablenken, in Istanbul zu sein und doch nicht in die Stadt fahren zu können. Für den ersten Reisetest war mir das einfach zu viel -zumindest in der Planung. 
Tbilisi lässt ich gut an, wir hatten sogar einen Taxifahrer, der bereit war, für den am Flughafen angezeigten Preis in die Stadt zu fahren, was bei den anderen nur Hohngelächter ausgelöst hatte. Keine Ahnung, ob der nun besonders kinderlieb war, keine Lust, hatte länger am Flughafen rumzuhängen oder als einziger meinen überlegenden Blick in Richtung der Flughafenpolizei gesehen hatte. Wäre eigentlich interessant gewesen, wie die reagiert hätten nach Jahren von Anti-Korruptionskampagnen. 
Auf jeden Fall: So kann es weitergehen.

PS Man kann auch auf Kaukasus-Flügen von Turkish Airlines mit Kleinkind und Wagen zuerst ans Flugzeug - wenn man Lust hat, ein paar Meter weiter von der dann losgelassenen restlichen Passagiermeute überrannt zu werden. Sinn hätte es schon gemacht, uns früher reinzulassen, denn erstmalig habe ich tatsächlich auf den von mir gebuchten Sitz bestanden.Manchmal frage ich mich, warum sich Fluggesellschaften überhaupt die Mühe mit Platzkarten machen. So kann man seine armen Crews doch eigentlich gar nicht hassen.

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