Alle Jahre wieder...

Es ist Internationaler Frauentag und mein Postfach und die Facebook-News-Seite quellen über vor virtuellen Blumengrüßen aus allen Teilen der ehemaligen Sowjetunion. Fast überall ist dort der 8.März noch gesetzlicher Feiertag und die Blumenhändlerinnen machen ein gutes Geschäft. Die Recherche zur Situation der Frauenrechte in den Herkunftsländern meiner heutigen Blumengrüße war dagegen erwartungsgemäß weniger bunt und schön. Vielleicht auch nur, weil ich so pessimistisch bin und nicht annehme, dass keine Nachrichten gute Nachrichten sind. Die große Zeit der Studien zu häuslicher Gewalt, Frührehen und Brautraub oder Frauenhandel im Kaukasus und Zentralasien scheint vorbei zu sein und viele Daten sind schon mehrere Jahre alt. Ab und zu mahnen UN-Vertreter und Abgesandte von Menschenrechtsorganisationen, dass die Zahl der Verheiratungen ganz junger Mädchen steige - nicht nur in den muslimischen Staaten, Armenien und Georgien sind da auch dabei. Georgien zeichnet außerdem noch für eine beeindruckende Reihe von Brautentführungen, auch oft Minderjähriger. Auch im Bereich häusliche Gewalt bleibt es bei Mahnungen  und Versicherungen, es würde schon alles noch besser werden, irgendwann würde man die Gesetzeslage noch verbessern. Wer ernsthaft glaubt, es sei mit Gesetzen getan, hat schon einen sonnigen Humor. Aber es wäre immerhin mal ein Schritt. Vorläufig werden wir uns mit Blumen begnügen müssen.

Ganz am Rande noch ein Kommentar zu einem Film, den ich gerade gesehen habe. Ich bin zwar nicht sicher, ob ich den türkischen Film "Mustang" nun für feministisch oder doch eher für pädophil halte, aber eine Szene war wunderbar: Wer schon immer an der Beteiligung von Katzen an den türkischen Stromausfällen gezweifelt hat, bekommt hier eine wunderbare andere Erklärung, die durchaus auch Hoffnung auf die Solidarität unter Frauen macht.

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