Der Bakuer Bauzaun und seine internationalen Freunde


Zwischen zwei traurigen Jahrestagen und den dazugehörigen Posts (ja, leider steht der nächste schon an), schiebe ich mal wieder meinen altbewährten running gag der Bauzaun-Forschung ein. Diesmal mit besonderen Exemplaren aus gleich vier sich verändernden Städten.
Den Anfang macht - schon aus Gründen der Tradition - Baku.

Flame Towers auf einem Bauzaun in meinem alten Viertel,wo der 
Kahlschlag an den Häusern aus dem 19. Jahrhundert unvermindert weitergeht.
Die Zukunft klebt man dann gleich mal vor die Baustelle.



Bauzaun am Bakuer Bahnhof. Ganz klar ist mir die Neu-Alt-Gegenüberstellung hier nicht:
Die Vergangenheit ist die Dampflok und die Zukunft die Autobahn? Anders gefragt: Was um Himmelswillen machen die hinter dem Bauzaun mit dem alten Bahnhof? Es ist nur eine Spät-Sowjet-Scheußlichkeit, aber nachdem schon der von 1926 zu Kentucky Fried Chicken wurde, bin ich doch etwas empfindlich
.
Das Problem bei Bauzäunen ist, dass vor den entscheidenden Punkten immer eine Laterne oder ein Baum steht. Hier verdeckt die Laterne zwar nicht die Bilder dieses kubistischen Sport-Bauzauns, aber fast das viel umstrittene Wort "cosmopolitan" und seine aserbaidschanische und russische Variante. Trotzdem: zu schön, um nicht hier zu erscheinen.

Auch Istanbul hat in Sachen Bauzaungestaltung erheblich gewonnen:

Der Bauzaun zur Renovierung der alten Moschee in Karaköy (kein Kommentar zu den Prioritäten gewisser Stadtverwaltungen!) zeigt Bilder von Karaköy aus verschiedenen Jahrzehnten immer mit der Moschee (erkennbar am Minarett) sowie Erklärungen wie man hier verlorene Kultur wiederherstellt.

Izmir hat relativ wenig Baustellen und deshalb auch weniger Bauzäune. Aber der ist ganz nett:


Das Problem ist ja, dass Bauzäune so scher zu fotografieren sind. Häufig sperren sie den Bürgersteig an dicht befahrenen Straßen ab, sie stehen an belebten Plätzen oder bilden dunkle Winkel. Dieser hier mit den alten Bildern von Izmir machte es mir mit einer Straße und einem davor gebauten Restaurant nicht leicht. Aber das Licht war phantastisch. 
Schließlich Sofia:

Bulgaren scheinen gleich ganze Geschichtsbücher an ihre Bauzäune zu kleben. Schade, dass ich kein Bulgarisch kann, sonst hätte ich hier wahrscheinlich mehr lernen können als im Nationalmuseum. Aber sonst scheint auch keiner die Möglichkeit nutzen zu wollen. Und ich kann nicht mal beurteilen, ob zu Recht oder nicht.


Detail aus dem Bauzaun von oben. Die Verwendung alter Postkarten gefällt mir.
 

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