Land des Feuers

Ein Beitrag zum aserbaidschanischen Erdöl (das ja den Nobelpreis mitfinanziert hat) am Tag der Nobelpreis-Verleihung hat in diesem Blog ja schon Tradition. Die letzten waren eher kritisch, aber heute bin ich in seltsam freundlicher Stimmung - vermutlich, weil ich seit Monaten nicht mehr da war und der weitere Aufbruch auch gerade wieder in weitere Ferne gerückt ist. Da träumt es sich viel schöner und unkritischer. Deshalb ein paar Bilder, davon, wie das Erdöl die reale wie die kulturelle Landschaft um Baku geprägt hat. Die Tatsache, dass sich an die Erdoberfläche tretendes Gas entzündete, und ganze Berghänge am Kaspischen Meer um Baku in Flammen standen, wird schon in ältesten Berichten beschrieben. Dies zog auch Zoroastrier an, die hier ihre Feuertempel errichteten. Dass diese Zoroastrier aus Persien und Indien kamen, wird heute gerne als Beweis für Aserbaidschans frühe Weltoffenheit gefeiert. Entsprechend bevölkern das Museum im Feuertempel, dem Ateshgah bei Baku, exotische Figuren. Das Feuer wird aber nur noch durch ein paar Gasleitungen künstlich am Leben gehalten. Die Förderung hat natürliches ewiges Feuer fast völlig verlöschen lassen. (Kann man daraus schließen, dass Nobel mit dem Ende des Feuerkults in Aserbaidschan verbunden ist? Eher nicht. Schon frühere Reisende wie Dumas fand Ende der 1850er nur noch wenige. Schade - wäre eine nette Pointe gewesen.)

Ateshgah - Feuertempel auf Abescheron
Modell desselben mit "indischer" Kaufmannsgruppe 

Ein bisschen gibt es noch, am brennenden Berg ebenfalls auf Abscheron. Angeblich aus Versehen in den 1950er Jahren entzündet, schlagen hier noch Flammen aus dem Boden. Und noch woanders steigt Gas (in diesem Fall Methan) aus dem Boden und lässt die Schlammvulkane südlich von Baku blubbern. Wenn ich jetzt meinen Ordner "Aserbaidschan März 2011" finden würde, könnte ich von beiden Phänomenen Fotos einstellen. Stattdessen ende ich hier und fange an zu suchen.
So - Ordner gefunden und die Fotos sind tatsächlich so schön, wie ich sie in Erinnerung habe.

Flammen am brennenden Berg


Schlammvulkankegel (gerade kniehoch, aber doch perfekt in der Form)

Ölförderanlage kurz vor der Küste auf dem Weg zu den Schlammvulkanen

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