Frohe Ostern!



Turnende Hasen ("Akrobaten" von Barry Flanagan) mit
sowjetischen Haeusern im Hintergrund
Ostergrüße diesmal mit einigen österlichen Beispielen aus dem Skulpturengarten an der Kaskade in Jerewan – und endlich auch mal wieder etwas zur Stadt. Der Skulpturengarten liegt gewissermassen als Vorgarten zur Kaskade, wohl der wichtigsten Landmarke von Jerewan. In den 1970er Jahren begonnen, wurde die riesige Treppe nach dem Erdbeben 1988 und den schwierigen Jahren nach der Unabhängigkeit erstmal unvollendet gelassen (soviel nur kurz, irgendwann noch mal mehr zur Kaskade). Für heute ist wichtig, dass sie seit 2001 von dem reichen Diaspora-Armenier Gerard L. Cafesjan als Kulturzentrum ausgebaut wird. Auch der Skulpturengarten, der zur Kaskade fuehrt, ist  mit Stücken aus seiner Sammlung bespielt. Ich habe mal die österlichen Beispiele rausgegriffen, aber ganz allgemein hat her Cafesjan offensichtlich eine Schwäche für moderne Tierskulpturen: Katze, Hasen, Pferde, Hirsche und Elefanten sind u.a. zu finden. Besonders gefaellt mir der Kontrast zwischen den sowjetischen Hausern, die den Platz einrahmen und den betont westlich-europaeischen Platzgestaltung mit den sauberen Rasenflaechen, modernen Baenken, edler Pflasterung und eben den aufgestellten Skulpturen. Um den Platz herum haben sich auch schon Restaurants mit deutlich "westlichem" Angebot angesiedelt: Ein "italienisches" Eiscafe, eine "deutsche" Brauerei, ein "Wiener Strandcafe" mit echten Wiener Spareribs (meinen sie vielleicht Schnitzel?) wird bald eroeffnet. Ich hatte Wien jetzt bisher weder mit Strand noch mit Spareribs assoziiert, aber das kann auch an mir liegen.Ein sehr gutes armenisches Dolma-Restaurant gibt es uebrigens auch. Vielleicht fallen mir die westlichen Restaurant in Jerevan aber auch in Erinnerung an meinen ersten Besuch vor ueber zehn Jahren noch besonders auf und eigentlich sind sie nichts so besonderes.

Hase (ebenfalls Flanagan) mit Pferd und
etwas Kasdkade im Hintergrund

Der Skulpturengarten - oder auch die ganze Anlage des Cafesjan-Kulturzentrums in der Kaskade mit seinen Ausstellungen und einem bemerkenswerten Museumsshop - ist aber auch ein schönes (oder unschönes) Beispiel für das Verhalten von reichen Diaspora-Armeniern, das manchmal wohl am besten damit zu beschreiben ist, dass sie das Land wie ihr Wochenendhaus behandeln. Ich kann mir vorstellen wie auf einer Party irgendwo in einem reichen Ostküsten-Club oder in Los Angeles gesagt wird: „Wir haben da noch so ein Ländchen im Kaukasus, da haben wir uns gerade einen netten Skulpturengarten angelegt… So ein bisschen was Experimentelles, Sie verstehen…“– und obwohl es nicht wenige – gerade junge − Jerewaner gibt, die dieses Benehmen kritisieren und das Gefühl haben, dass ihnen die Gestaltungsmöglichkeiten ihrer eigenen Stadt abgesprochen werden, ist die Kaskade doch ebenso wie der Skulpturengarten doch ein beliebter Treffpunkt vor allem für junge Leute und Paare. Auf einer Bank zeichnen sich zwei junge Mädchen gegenseitig, ein bisschen weiter fotografiert sich eine junge Familie gegenseitig in den verschiedensten Konstellationen.

Osterkueken mit Kaskade im Hintergrund





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