Es blaut so blau...

Meine Reisen durchs Land haben mich Wiedersehen mit einem alten Bekannten feiern lassen: dem sowjetischen Blau. Die Sowjetunion war rot? Weit gefehlt. Irgendwo in den Weiten des ehemaligen Imperiums muss es eine riesige Fabrik gegeben haben, die Farbe herstellte. Eine Farbe, um genau zu sein. Eben jenes berühmte sowjetische Blau, das dann vermutlich durch gigantische Pipelines in jeden Winkel des Reiches transportiert wurde, um dort auf alles gestrichen zu werden, das einer Belastung durch Wind und Wetter oder ständige Benutzung ausgesetzt war: Haus- Garagen- und Hoftüren, Kioske, Hausflure, Buswartehäuschen, Gitter ...
Ich erinnere mich, wie ich meinen ersten Hausflur in Taschkent betrat (und meinen zweiten, dritten ...) und das Blau noch für eine Eigenheit der Stadt, bestenfalls des Landes hielt.  Aber dann kamen Odessa und Bischkek, Duschanbe, Moskau und Buchara - und überall das Blau. Mein größter Schock als ich nach Baku kam: Kein Blau. Wo war ich bloß gelandet? Umso schöner, dass ich nun schließlich auch in Aserbaidschan noch Reste meiner Lieblingsfarbe finden konnte.

Hier also: Eine Hommage an das berühmte Blau.
Treppenhaus in Duchanbe (2008)...

und in Odessa (2007)
  

Neue Sicherheitssysteme, alte Farbe. (auch Odessa 2007)
Besonders sicher wirken diese Garagen zwar nicht, aber blau sind sie auch (irgendwo in Usbekistan, Anfang der 200er)
Vermutlich leide ich unter Verfolgungswahn, aber hat nicht auch der Minarett der Dunganen-Moschee in Karakol (Kirgistan) 2005 einen verblichenen Blaustich?

Hier ist es wieder deutlich: Kiosk in Lenkoran/Aserbaidschan 2012

Und wenn es ausbleicht, gibt es offensichtlich immer noch Nachschub. Junge mit blauer Farbrolle in Isti Su / Aserbaidschan.



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