Aserbaidschanische Landschaften

Was machen Bakuer (vor allem Bakuer Ausländer!)  mit Geld und etwas Zeit, wenn die Hitze die Stadt so im Griff hat, dass das Atmen schwer fällt und man in der WG ausknobeln will, wer die zehn Meter zum Laden gehen muss, um neues Mineralwasser zu kaufen - und dann Tee kocht, weil alles andere zu anstrengend und die Küche mit zwei Ventilatoren noch der kühlste Ort der Wohnung ist? Richtig: Sie fahren aufs Land. Immerhin kann man sich da einbilden, es sei kühler. Zumindest sobald man aus der Wüste um Baku herum heraus ist. Nein ich habe nichts gegen Sand, Steine und Ölförderanlagen. Sie haben tatsächlich einen gewissen herben Charme. Dennoch stellt sich mir immer wieder die Frage, was um himmelswillen Menschen veranlasst hat, hier eine Stadt zu bauen - haben sie ja auch nicht ernsthaft, bevor Öl nicht zum entscheidenden Treibstoff der Welt wurde. Ebenso unklar ist mir, wo bei soviel Wüste die ganzen Mücken herkommen - brüten die in der Luft? Hoch genug scheint die Luftfeuchttigkeit manchmal zu sein. Oder in unseren Wasserleitungen - ok, darüber möchte ich nicht nachdenken. Zurück zu den Landschaften.
Kurz vor Baku aus dem Zugfenster fotografiert. Wird aber auch bei näherem Hinsehen nicht spannender.

Nun ist Aserbaidschan aber auch stolz darauf, neun von insgesamt nur elf Klimazonen weltweit auf seinem Territorium zu haben und außerdem alles vom Meer bis zum Hochgebirge. Zeit also, mal aus der Stadt und der Wüste herauszukommen. Das mit den Klimazonen ist übrigens gut und schönschön, allerdings habe ich ja immer den Eindruck, dass dafür die Übergangsjahreszeiten gestrichen worden sind. Man fällt hier vom Winter mit seinen Schneestürmen direkt in den glühenden Hochsommer und dann wieder in den tiefsten Winter.

Strand bei Lenkoran. Im Vordergrund die wegen der Schwankungen des Kaspischen Meeresspiegels nun sinnlose Uferbefestigung.


Teezelte am Fluss. Bei Isti Su ("heißes Wasser" d.h. Quellen)
im Süden
Ins Gebirge: Berge über Lahic, dem berühmten Schmiededorf, wo ich endlich hoffte,
mal gutes aserbaidschanisches Kunsthandwerk zu finden. Keine Chance: Massenkitsch.
Deshalb hier auch keine Bilder.
Hier wächst nichts mehr: Xinarliq im Norden, weit über der Baumgrenze.

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