Große Ereignisse...

werfen ihren Schatten voraus?
Der  Euro Vision Song Contest ist in Baku allgegenwärtig - zumindest auf den Werbetafeln. So richtig das Interesse der Bevölkerung scheint er nicht zu haben, aber das haben die Prestigeprojekte der Regierung hier ja nie so ganz. Da ich also nicht mit vielen O-Tönen aufwarten kann, erstmal ein paar Bilder (schreiben ist gerade nicht so meins, aber Bilder hochladen kann ich gut!)

Die neugebaute "Crystal-Hall": Dass sie ein bißchen schief ist, liegt (hoffentlich) an meinem Foto.
Die Kräne drumrum können so nicht erklärt werden, und beunruhigen mich schon ein bißchen - sollte es nicht in zwei Wochen losgehen?

EuroVision Plakat. Im Hintergrund die Philharmonie, überragt von Neubauten.
Plakat an der Nizami - Karten gibts im Kiosk auch noch!

Was wäre ein Spaziergang durch Baku ohne Erweiterung meiner Bauzaun-Sammlung?
Wie immer wird an jeder Ecke gebaut, liegt überall eine leichte Staubschicht in der Luft, hört man Baulärm. Aber es ist eben wie immer. Nichts besonderes, nichts was wirklich als neu auffallen würde oder unbedingt mit dem Contest in Verbindung gebracht werden müsste. Im Gegenteil, manche Bauten sehen aus, als hätte sich kaum etwas an ihnen getan oder der Bau hätte sich verzögert. (Unter anderem das Teppichmuseum, auf dessen Eröffnung ich nun seit einem Jahr sehnsüchtig warte...) Liegt es nur daran, dass alle Betonmischer für die EuroVision-Halle abgezogen wurden?
Nach den Berichten in der deutschen Presse zu den Abrissen und Neubauten in Baku war ich fast schon beruhigt, dass meine Wohnung noch stand und die Abrissbagger ein paar Straßen weiter gestoppt haben - vorläufig zumindest. Andererseits sind zumindest unsere Vermieter so sicher, dass sie versuchen, die Wohnung zu verkaufen - und noch wichtiger: offensichtlich gibt es auch Leute, die so überzeugt von der Zukunft unseres Semi-Slums sind, dass sie über einen Kauf nachdenken. Ich hätte nie gedacht, dass mich Immobilienspekulationen und Gentrifizierungsdrohungen so glücklich machen würde!

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