Repräsentation urbanen Wandels an temporären Strukturen


oder auch: der Bakuer Bauzaun 2010-2011. Ich finde das ja ein ausgesprochen faszinierendes Thema, das dringend einer intensiveren wissenschaftlichen Betrachtung bedarf, aber jedes Mal, wenn ich das bei Kollegen oder Freunden hier oder in Deutschland anschneide, ernte ich meist sehr eigenartige Blicke und Kommentare, die von "Ja, ja war gestern spät - Du weißt doch, dass du zu dünn bist, um so viel Alkohol zu vertragen" bis zu "He - Das sind meine Steuergelder, die du da verforschst!" reichen. Ich bleibe dabei, dass es interessant ist, wie hier die ältesten Fotografien genutzt werden, um die Baustellen der neusten Bauten abzugrenzen: da erscheinen die Gründerzeitbauten um 1900, die alte Wasserfront, als es noch keine Flaniermeile am Wasser gab, oder die mittelalterlichen Minarette und die Stadtmauer (sogar noch mit Kamelen) vor den neusten Baustellen und -ruinen. Seit einiger Zeit werden auch moderne Bilder und - im Frühjahr 2011 - auch Blümchen häufiger. Ich habe auch gehört, dass es vor einigen Jahren auch Bauzäune mit Abbildungen von Museumsobjekten gab, die aber heute nicht mehr im Gebrauch sind (die Zäune meine ich - die Objekte natürlich auch nicht mehr), aber offensichtlich keiner hat damals daran gedacht, die Zäune zu dokumentieren. Eine Geschichte des Bakuer Bauzauns kann also erst ab 2010 geschrieben werden. Ja - ich höre schon auf und gebe meine brillante Idee und mein Material zur Weiterverarbeitung frei.Vielleicht hat jemand anderes ja einen besseren theoretischen Zugang oder eine verständnisvollere Umgebung...







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