Liebes Tourismusministerium,


um das mal vorauszuschicken: ich liebe Aserbaidschan und vor allem Baku. Baku ist eine sehr interssante, geschichtsträchtige und schöne Stadt mit interessanten, oft auch freundlichen Menschen und ich wünsche ihr viele Touristen, die sich von ihr begeistern lassen. Um diese Begeisterung nicht zu schnell abflauen zu lassen, habe ich – vor allem in Hinblick auf das viel beschworene Großereignis nächsten Mai – ein paar Verbesserungsvorschläge für den öffentlichen Nahverkehr:
1)      Aserbaidschanisch ist eine wunderbare Sprache. Leider wird sie an europäischen und amerikanischen Schulen sehr wenig gelehrt. Bevor dieser Missstand behoben wird, könnte man vielleicht einige fremdsprachliche Erklärungen zum Kauf von U-Bahn-Karten und bei den Ansagen einführen.
2)      Manchen (wie mir) würde es schon helfen, wenn die Mitarbeiter der U-Bahn überhaupt mit Ausländern sprechen würden – notfalls auch Aserbaidschanisch. "Was willst DU denn hier? DU hast doch keine Ahnung!" macht keinen gastfreundlichen Eindruck und hilft auch nicht weiter. Ich frage ja gerade, weil ich keine Ahnung habe. U-Bahn-Pläne in den Stationen und eine paar Wegweiser wären ebenfalls schön und gar nicht so teuer – auch hier wäre die Sprache nicht das Hauptproblem.
Da sich viele Ausländer (gerade die, die nur zu besagtem Großereignis kommen) vermutlich gar nicht in die U-Bahn begeben werden, noch ein paar Tipps, was man in Schulungen für Taxifahrer weitergeben könnte:
1)      Ausländer fahren Taxi, weil sie ein Ziel haben, zu dem sie gerne wollen. Dieses Ziel ist meist sehr klar festgelegt. Wer ein Zimmer im Hotel X hat, will in der Regel auch dahin zurück und nicht ein weiteres in Hotel Y beziehen. Wer Karten für die Oper hat, will nicht vor die Philharmonie gefahren werden, selbst wenn es dort auch Musik gibt. Wenn ich einen Termin in der Akademie der Wissenschaften habe, hilft mir die Sprachenuniversität nicht weiter. Das mag unflexibel sein, aber es kann ja nicht jeder so flexibel sein wie ein Bakuer Taxifahrer.
2)      Auch wenn Ausländer sehr gut wissen, WO sie hin wollen, WIE sie dahin kommen wissen eben nicht. Deshalb fahren sie Taxi. Sie glauben, es wäre Aufgabe eines Einheimischen und besonders eines Taxifahrers, sie durch die Millionenstadt zu lenken und nicht andersherum. Bevor wir jetzt darüber diskutieren, wie sie auf die bescheuerte Idee kommen, schlage ich einen Kompromiss vor: Taxifahrer, die eine Adresse nicht wissen, sagen das einfach. Dann sucht der Tourist ein anderes Taxi (und sucht… und sucht…). Aber er wird nicht beschimpft, wie es so doof sein kann, ein Taxi zu nehmen, ohne den Weg zu kennen, und er wird auch nicht eine halbe Stunde später und 30 Euro ärmer wieder da rausgeschmissen, wo er eingestiegen ist. Ok?
3)      Punkt 1) und 2) gelten auch für alleine taxifahrende Frauen. Wir steigen nicht in ein Taxi, weil wir mit dem Fahrer schlafen wollen. Echt nicht. Selbst die Ausländerinnen, die sich auf den Beifahrersitz setzen, haben nur den entsprechenden Absatz im Reiseführer überlesen. Es  heißt nicht, dass sie ihre Fahrt mit Sex bezahlen wollen. Soweit reicht das Geld dann schon noch. Sorry.

Soviel für diesmal. Ich verbleibe mit den besten Wünschen.

Kommentare