12 von 12 im Juni - wolkig bis heiter

Schon witzig mit der Tagebuch-Bloggerei, wenn man nur einzelne Tage herausgreift: Ehrlich - es war vom 12. Mai bis heute heiß und gleisend sonnig. Ja, haeufig abends Gewitter, aber nicht so grau wie heute. Aber wie der Wetterzufall es so will, ist mein Beitrag zu "12 von 12" von Draussen nur Kaennchen wieder einmal ziemlich grau.

Am 12. März habe ich die blühenden Bäume vor dem Haus fotografiert und mich gefragt,
was es wohl für welche sind. Nun weiß ich: Aprikosen, die armenische Nationalfrucht.  


Nein, normalerweise ist hier an der Strasse kein Fluß. War wohl etwas zu viel Regen und zu wenig Gullis.

Die Bauarbeiter vor unserem Büro scheinen einen eigenen Spaß am Brückenbauen zu haben. Aber
immerhin kommen wir so gut durch den Schlamm. Im Vergleich zu anderen Wolkenbrüchen scheint es hier nicht so schlimm gewesen zu sein heute Nacht.

Diese eindrucksvolle Kiste, die seit ein paar Tagen im Büroeingang steht, ist laut Frachtpapieren eine Spende
der armenischen Gemeinde Südsudan an ihr armes Mutterland und enthält über hundert Kochtöpfe.
Nicht fragen. Bitte, bitte nicht weiterfragen. (Falls allerdings jemand eine Organisation in Armenien kennt, die dringend Kochtöpfe braucht, bitte melden!)

In der Mittagspause hat es aufgehört zu regnen und ich gehe kurz über das Klostergelände,
wo die Fegebrigaden schon eifrig dabei sind, das Wasser in die nächste Blumenrabatte zu fegen.
Eigentlich will ich mein Handyguthaben aufladen, aber irgendetwas funktioniert nicht. 

Ich muss es heute abend in Jerewan probieren.


Ich entdecke einen neuen kleinen Supermarkt. Selbes Angebot wie mein üblicher, selbe Unfreundlichkeit, aber
sehr viel hübscherer in der Innenarchitektur
.

Auch wenn die am Baum vor meinem Haus noch etwas grün aussehen: Die Aprikosensaison hat
eindeutig begonnen.

Die Maulbeersaison ist im Übrigen auch im vollen Gange. Ich mag ja Maulbeeren, finde sie als Straßenbäume aber ehrlich gesagt wenig optimal. (Gemeiner Maulbär, der: Klein, dunkelblau und lauert hoch oben in Bäumen, um sich dann mit Schwung auf ahnungslose Passanten zu stürzen und mit einem hämischen "Flatsch!" auch die letzte Sommerbluse zu ruinieren.)



Da habe ich monatelang rumgemeckert, dass ich in Jerewan kein vernünftiges Lehmofenbrot finden konnte, habe
lautstark meinen Bäckern in Baku und Tbilisi nachgetrauert, und dann stelle ich fest, dass sich an meiner Umsteige-Haltestelle, nur zwanzig Meter nach hinten, ein perfekter Tandir (Lehmofen) befindet.

Grmpf. Seit Tagen. Und inzwischen bleibt das Ding tatsächlich alle paar Stockwerke stehen. Wo ich sowieso Platzangst habe. Und im sechsten Stock wohne. Mit Kleinkind. Und ja - wir haben schon gezahlt. Nicht nur einmal übrigens. Deshalb habe ich auch kein ZU schlechtes Gewissen, dass ich die Telefonnummer nicht überklebt habe.


Ok, das Wetter macht es jetzt auch nicht so schwer, zu hause zu bleiben. Nach unruhigen Nächsten wegen Eckzähnen beim Reisekind war früh ins Bett gehen und viel Kuscheln auch keine schlechte Lösung. Nur die Handy-Rechnung muss jetzt eben noch einen Tag warten.

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