Frühlingshafte 12 von 12


Irgendwie komme ich nie auf zwölf Bilder für 12 von 12 von "Draussen nur Kaennchen". Das Kursiv kriege ich aus den Bildunterschriften auch nicht raus. Überhaupt alles doof heute und jetzt auch noch Migräne. In diesem Sinne:

Bis auf weiteres jeden 12. ein Bild aus dem Fenster des Treppenhauses, wenn ich am Morgen das Haus verlasse.
Schöner wird es aber wohl nicht mehr.




Ok, ich habe kaum Bäume in der Straße, aber die drei vorhandenen blühen gerade wunderschön.


Der Büroparkplatz ist nicht der beste Ort um den Yerevaner Hausberg zu bestaunen, aber
der einzige, den ich heute haben werde, und Ararat-Blick ist gerade so selten, dass ich das nutzen will. Auch wenn die Spitze noch in den Wolken ist, endlich wenigstens die unteren Schneefelder
in ihrer Pracht.

Ich arbeite in einer (nicht nur räumlich) kirchennahen Organisation. Bisher dachte ich, das würde sich auf scheußliche Makramé-Kreuze im Besprechungsraum beschränken, aber heute hatte der Chef unsere ohnehin schon überarbeitete Buchhalterin verdonnert, einen Vortrag über das Lukas-Evangelium vorzubereiten, um die religiöse Bildung der Organisation zu verbessern. "Doch dement" kann ich da nur sagen.

Noch mal Kirche. Für Toiletten in den Kulturzentren der Dioszösen müssen ausländische Geber aufkommen, aber
für diese schicken Laternen mit Kirchturm-Design vor dem Katholikos-Palast ist - Gott sei Dank! - dann doch
Geld da. Wäre ja sonst schade.

Wenn ich einmal im Eckladen mit einer Kollegin rede und nicht aufpasse... Chatshapuri in eine Plasiktüte,
(Plastik-)Joghurtbecher in eine andere, Erdnüsse in die dritte und alles zusammen in eine vierte.
Und ich dachte, sie hätten sich endlich an die seltsame Ausländerin mit der Plastikallergie gewöhnt.


Weil es so schön ist und zwischen Edschmiadsin und Yerevan fast schon ländlich.

Aber nur kurz. Schon ist die (nicht nur) offizielle Stadtgrenze. Normalerweise fahre ich an dem schicken Schild in den drei Sprachen und Schriften nur vorbei, heute steige ich aus. Nicht um es zu fotografieren, sondern weil auf den 500 Metern vor der Stadtgrenze sämtliche Möbelgeschäfte der Stadt vereint sind. (Früher waren es Nachtclubs, aber die sind noch weiter vertrieben worden. Fand der Katholikos beim Pendeln zwischen Yerevan und Edschmiadsin wohl nicht so lustig.)


Nein, ich suche keine weiteren Polstermöbel, ich habe mehr als genug. Aber eine Freundin mit Kind im Alter des Reisekindes kommt zu Besuch und das Matratzenlager muss erweitert werden. Bei der Gelegenheit gucke ich mir auch mal Kinderbetten an. Interessant: Sperrholz verleimt. Ich fürchte, die würde das Reisekind in ein paar Tagen zerlegt haben. Bleiben wir erstmal beim Familienbett.

Bushaltestelle mit Kaffeeautomat. Gar nicht mal so blöd. Leider kann ich ihn nicht ausprobieren,
denn es ist so windig, dass ich auch ohne Kaffeebecher Probleme habe, die Kindermatratze festzuhalten. Zum Glück sind die Busse gerade nicht überfüllt.

Die letzten Blumen des Tages. An meiner Hausecke, wo ich eine dreiviertel Stunde warte, bis Oma und Kind
vom Spielplatz kommen. Da bin ich mal schneller zuhause als erwartet und dann das. (Und mein Vermieter hat immer noch das zweite Schlüsselpaar nicht gefunden. Seufz!)

Kommentare

  1. Diese Verpackungsmanie! Dein Grauen davor teile ich zu 100%. Es ist schon eine andere Welt in der du lebst. Schön, dass du diese Eindrücke teilst.
    Viele Grüße,
    Karin

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    1. Danke, Karin! Ja, irgendwann schreibe ich sicher auch noch mal mehr über Umweltschutz allgemein hier. Andere Welt... ja, manchmal sehr fremd und dann auch wieder sehr vertraut. Ich versuche beides rüberzubringen, aber das Fremde überwiegt - auch für mich - schon immer noch.
      Viele Grüeß zurück nach Deutschland,
      Melanie

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