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12 von 12 - wie Draußen nur Kännchen es eigentlich verlangt - sind es heute nicht geworden, dazu war der Tag einfach zu langweilig. Und immer nur Bilder von Kaffeetassen sind auch blöd. Aber immerhin. 


Eigentlich wolte ich das hastige Morgenbild aus dem Fenster meines Treppenhauses streichen. Wir halt nix, wenn man keine Zeit hat richtig stehen zu bleiben, weil es wieder zu knapp ist. Aber ich habe heute sowieso zu wenig Bilder, also hiermit: Morgenstimmung, Yerevan Zentrum.

Noch so ein hastiges "Am Weg"- Bild ohne richtig stehen zu bleiben. Glaubt mir jemand, dass diese Unterführung am Weg tagsüber ein überfülltes Einkaufszentrum sein wird? Wir fangen echt früh an.



Aus dem Autofenster kurz vor Etschmiadzin: Offensichtlich kommte heute der bulgarische Präsident vorbei und wird auf dem ganzen Weg von den Landesfahnen begrüsst (die rot-weiss-grünen Fahnen zwischen den armenischen) Was ich mich frage: Muss ein Außenministerium von jedem Land der Welt ein paar hundert Fahnen jedes Landes vorrätig haben für den Fall eines Staatsbesuchs? Oder die jeweiligen Botschaften? Das muss doch wahnsinnig viel Platz wegnehmen.



Kaffee, Keks und Schokolade. Nervennahrung zum Arbeitsbeginn. Den kann ich auch brauchen, denn die Äußerung des aserbaidschanischen Präsidenten, Yerevan wäre historisch aserbaidschanisch und solle wieder zurückgeholt werden, hat den Kleinkrieg um das Friedensprojekt nicht leichter gemacht. Verstehe ich auch und dass es sicher Wahlkampf ist, in dem er vor allem die ultranationalen befriedigen muss, macht die ganze Sache nicht besser.


Vor dem Bürofenster ist immerhin Frühling und wir arbeiten bei offenem Fenster. Von der Baustelle zwischen uns und dem Palast des Katholilos zieht der Geruch frischer Erde ins Büro.


Kurz zum Laden an der Straße um weitere Nervennahrung zu holen. Die Verkäuferin fragt, ob ich die gesalzenen Erdnüsse zum Bier will. Hey - das wäre doch mal eine Idee!
Sonst gibt es nichts zu fotografieren, außer die Telefone, die wir immer fixieren und auf neue Beschlüsse der Leitung und der Geber warten. Sie klingeln auch öfter - alle halbe Stunde mit einer neuen Nachricht, die die alte außer Kraft setzt.


Ich bleibe fast zwei Stunden länger als normal und als ich endlich gehe, wissen wir immer noch nichts. Da tröstet auch die Abendstimmung auf der kurzen Strecke zwischen Etschmiadzin und Yerevan, die fast ländlich ist nicht.


Abends, als das Reisekind endlich schläft, dann wenigstens Wein. (Ich sagte schon, dass die Einrichtung der Wohnung nicht meine ist, oder?)

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