Aserbaidschan, das Öl und Europa

Jetzt habe ich mich seit ungefähr drei Wochen gefragt, warum in diesem ansonsten kaum noch aufgerufenen Blog auf einmal dieser Artikel wieder so populär ist: Gehört Aserbaidschan zu Europa? Dann schickte mir eine Freundin eine SMS mit derselben Frage. Sie habe gerade Socar, die staatliche aserbaidschanische Ölfirma, als Sponsor der EM auf Werbebannern im Stadion entdeckt. Ok, das erklärt einiges. Ich sollte öfter Fußball gucken. 
Zur Frage kann ich immer noch nicht viel mehr beitragen als vor einem Jahr. Eine kurze Recherche zu Socar, Öl und Aserbaidschan (nicht dass ich sowas nicht schon öfter gemacht hätte) ergab, dass trotz niedrigen Ölpreises Aserbaidschan seine Förderung eher noch ausgebaut hat - logisch, irgendwo muss das Geld für die (europäische!) Formel 1 in Baku vor einigen Wochen, für die den Luxus der Oberschicht und eben die EM-Werbung auch herkommen. Nach uns die Sintflut. Und die könnte erstaunlich schnell kommen, denn auf den Statistiken mit den noch vorhandenen Ölressourcen kommt Aserbaidschan nicht mal unter die ersten 20. Socar übrigens auch nicht unter die ersten 20 ölfördernden Firmen, was darauf schließen lässt, dass nach wie vor Formen wie BP ebenfalls einen großen Teil des aserbaidschanischen Öls auf ihre Rechnung verkaufen.
Ich glaube ja, dass die Werbung mal wieder vor allem darauf abzielt, die Zugehörigkeit Aserbaidschans zu Europa zu demonstrieren und das Land überhaupt ins Bewusstsein zu rücken, denn der Slogan heißt ja "Energy of Azerbaijan", denn bisher gibt es noch nicht viele Socar-Tankstellen in Europa. (Obwohl - auch die Türkei und die Ukraine gehören laut Fußball-Logik zu Europa und die haben ganz sicher welche. Ich meine sogar, letztes Jahr in Polen welche gesehen zu haben. Aserbaidschan kommt näher.)

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