Frohe Ostern!

Eigentlich hatte ich noch einen Beitrag zur Umgebung von Kutaisi, aber erstmal unterbreche ich den Blog für eine wichtige Nachricht: Christus ist erstanden! (Das ist keine Ironie - ich mag den Gedanken von Hoffnung und Überwindung des Todes wirklich)
Osterkuchen und Gras
In manchen orthodoxen Kirchen - wohl nicht in allen, aber das ist mir zu kompliziert) wird Ostern noch nach dem julianischen Kalender berechnet, der 13 Tage hinter dem gregorianischen ist. Frühlingsanfang ist damit später als bei uns und damit auch meistens Ostern.
Zu erst einmal merke ich die beginnenden Ostertage daran, dass Tbilisi ruhiger und vieles geschlossen ist, schade, aber ein paar ruhige Tage auf der Couch einer Freundin können auch mal nicht schaden. Selbst der Basar von Tbilisi scheint mit am Sonnabend ruhiger geworden und viele Stände bieten rote Eier, Farben zum Selberfärben, Ostergras (sieht aus wie Samani zu Novruz, ist vermutlich auch das selbe) und Osterkuchen an.
Mein Spaziergang am Osterabend brachte nur wenige Erkenntnisse, u.a. aber die, dass "Osternacht" in Georgien offensichtlich sehr wörtlich genommen wird und sich die Kirchen erst gegen zehn Uhr abends langsam zu füllen beginnen, und dass ich mal wieder zu blöd war, um ein Kopftuch mitzunehmen - und ohne sollte frau eben keine georgische Kirche betreten. Ich sehe zwar immer mal wieder junge Georgierinnen, die das auch nicht so ernstnehmen, aber die Blicke will ich dann auch nicht auf mich ziehen. Im Kircheneingang herumstehen ist auch wieder keine gute Idee, denn die Bettlerinnen sind gerade in der Osternacht ziemlich aggressiv - und ich habe keine Möglichkeit, mich freizukaufen, da ich für den Abendspaziergang sogar das Geld zuhause gelassen habe.
Überhaupt ist Tbilisi zu Ostern keine so richtig gute Idee. Die Russen haben ja auch Osterferien und die Stadt quillt über vor russischen Touristen, die Restaurants sind überfüllt, die meisten Supermärkte geschlossen, wer arbeiten muss, tut das verständlicherweise genervt und wahrscheinlich von der Osternacht übermüdet.
Die Tatsache, dass selbst Museen seit Freitag geschlossen sind, hat für eine gewisse Zwangspause gesorgt. Immerhin breche ich jetzt ausgeruht wieder in die Berge auf.

Und für die, für die das schon zu viel Religion war, das Graffiti nahe der Kaschweti Kirche am Rustaveli


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